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23.02.17

SMINFINITY: LEIDENSCHAFT FÜR KNITWEAR

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Bereits als Kind verkündete Sabine Moschüring ihrer Familie, sie wolle Modedesignerin werden. Kunst und modernes Design waren schon früh ihre große Leidenschaft.

 

Als Jahrgangsbeste schloss sie 1990 ihr Design-Studium ab – ihre Diplomarbeit wurde mit dem Fashion Future Award der Igedo ausgezeichnet. Es folgte die erste Festanstellung als Designerin bei Iris von Arnim in Hamburg. Vom kleinen Familienbetrieb bis hin zum ESCADA Großkonzern: Sabine sammelte in 25 Jahren als Head-Designerin für Knitwear wertvolle Erfahrungen in allen Bereichen der Kollektionsentwicklung – von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt: “Design und Fashion hat immer mein Leben bestimmt. Ich habe für meine Entwürfe und das Produkt gelebt, so als wäre die Firma meine eigene gewesen.”

 

SMINFINITY Knitwear Hamburg Germany, Foto: Holger Stoehrmann, mail@stoehrmann.com, 0177-6302754

Mittlerweile steckt die Designerin diese Leidenschaft in ihr eigenes Knitwear-Label. Und das sehr erfolgreich. So beliefert SMINFINITY nach nur 3 Jahren über 100 Kunden. Neben der Faszination für die edle Naturfaser Cashmere kennzeichnet Sabine Moschüring das feine Gespür für modernes Understatement. “Die Liebe zum Purismus und der neuen Sachlichkeit des Bauhaus-Stils sind kontinuierliche Leitgedanken des Labels und werden in jeder Kollektion zeitgemäß interpretiert”, gibt die Designerin Einblick in ihre Arbeit. In einem hellen Studio-Loft mitten in Hamburg-Blankenese entwickelt sie zwei Kollektionen pro Jahr. Von der Garn-Auswahl, über das ausgefeilte Farb- und Kollektionskonzept bis zu den detaillierten Hand-Zeichnungen der Styles – mit kompromisslosem Perfektionismus und viel Leidenschaft setzt Sabine Moschüring ihre Vision für SMINFINITY um: “Die liegende Acht als Zeichen für SMINFINITY steht für ein nachhaltiges und langlebiges Konzept. Ich möchte Lieblingsteile schaffen, welche die Trägerin lange begleiten.”

 

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Jungdesignern rät sie, zunächst Erfahrungen in Firmen zu sammeln, um Prozesse, Strukturen und Abläufe kennenzulernen, Preise zu verstehen und sich technisches Know-How anzueignen bevor man sich in die Selbständigkeit wagt. Denn zu einem eigenen Label gehört neben dem Entwurfsprozess vieles mehr: Für die bestmögliche Platzierung der Produktion sind Know-How und Kontakte essentiell. Sabine hat in ihren 25 Jahren als Designerin weltweit Produktionsstätten kennengelernt. Ihre SMINFINITY Produktion gibt sie nur in die allerbesten Hände, denen sie voll vertraut: Mit ihrer Hauptproduzentin ist sie seit 20 Jahren eng befreundet. Auch bei der Beschaffung der Garne zeigt sich ihr erfahrener Blick für das gestalterische Potential von Garnen. Der gute Kontakt zu Garnlieferanten sorgt auch für die ihr  wichtige Tranzparenz, nur so hat sie Einblick in alle Phasen der Garnentwicklung –  vom Besuch der Ziegenfarm in der inneren Mongolei bis zum gefärbten, verzwirnten Garn. Das technische Know-How über Faserlängen und Garnfeinheiten, Strickmaschinen, Waschungen- und Treatments sind ebenso wesentlich für die erfolgreiche Kollektionsgestaltung. Je mehr man weiß, umso weniger gibt man aus der Hand und überlässt anderen die Entscheidung: Sabine ist es wichtig, für all die Babies ihrer Kollektion stets alle Fäden in der Hand zu haben.

SMINFINITY Knitwear Hamburg Germany, Foto: Holger Stoehrmann, mail@stoehrmann.com, 0177-6302754

So werden mit jeder Saison immer wieder spezielle Garn-Mischungen und eigens entwickelte Farben für das jeweilige SMINFINITY Kollektionskonzept kreiert. Nach der Festlegung des Garn- und Farb-Konzeptes strickt Sabine die ersten Strukturproben per Hand in ihrem Blankeneser Atelier. Danach werden erste Muster bei den Produzenten oder bei den Handstrickerinnen in München und Hamburg bestellt.

Erst jetzt beginnt die Entwurfs-Phase: Die Designerin zeichnet jedes einzelne Modell von Hand, denn beim Zeichnen strickt sie im Kopf mit und finalisiert so gleichzeitig die technischen Grundlagen für die Programmierung der Strickmaschine. All diese Details sowie die genauen Schnitte mit allen Maßangaben übergibt sie dann ihrem Produzenten, der die ersten Prototypen strickt und bearbeitet. Jeder Prototyp wird am Modell gefittet und abgesteckt. Danach probiert Sabine immer auch noch selbst: “Weil das Gefühl von perfekter Passform, Verarbeitung und Qualität einfach stimmen muss!”

 

SMINFINITY Knitwear Hamburg Germany, Foto: Holger Stoehrmann, mail@stoehrmann.com, 0177-6302754

 

Bis die Kollektion den kompromisslosen Ansprüchen entspricht, die SMINFINITYS Philosophie auszeichnen, werden oftmals noch zweite oder dritte Protos angefertigt, bis alles perfekt ist. Erst dann wird das Musterteil für den Showroom und die Messen gestrickt.

Bevor die Präsentation der Kollektion beginnt, wird alles für den Verkauf vorbereitet: Line-Sheets, Farb-Bücher und das Merchandising werden geplant. Lookbook-Shooting und Image-Shooting komplettieren den Auftritt der Kollektion. Beim Verkauf der Kollektion in den Showrooms und auf den Messen ist Sabine dabei, sie kennt all ihre Kunden und der ständigen Austauch ist ihr wichtig. Nach der Order in den Showrooms werden die Verkaufszahlen analysiert: die Produktions-Vorbereitung startet mit der Hochrechnung der Produktionszahlen, einem finalen Produktionsfitting und der Gradierung.

 

SMINFINITY Knitwear Hamburg Germany, Foto: Holger Stoehrmann, mail@stoehrmann.com, 0177-6302754

SMINFINITY zeigt im Fokus Cashmere. Mit jeder Kollektion ca. 60 Styles aus verschiedensten Garnen und Strukturen: feinste Zwirne, grobe Cablés, softe Docht- und Flammengarne oder Cashmere gebrushed, in stricktechnischen Varianten von fein bis mega grob und handgestrickt. Vertreten bei namhaften Kunden wie APROPOS The Concept Store, Lodenfrey oder Moosbrugger.

 

Photocredit: © Holger Stöhrmann für SMINFINITY (1,2, 5, 6, 7, 8), © Sabine Moschüring (3 & 4)