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21.06.18

DBS DESIGNERTALK: AEYDE

Luisa, Constantin, Ihr kennt Euch seit mittlerweile sechs Jahren. Wann und warum wurde die Vision geboren aeyde zu gründen?

 

Als wir damals zusammen für einen großen E-Commerce Shop arbeiteten, haben wir eine Marktlücke entdeckt und gemeinsam die Vision entwickelt eine Brand zu schaffen, die genau diese Lücke schließt – tolle Designs, in höchster Qualität, zu einem fairen Preis – so ist aeyde entstanden.

Aeyde ist ein sehr junges Label. Mit welchen Problemen wurdet Ihr bei der Unternehmensgründung konfrontiert und welche Herausforderungen müsst Ihr noch heute überwinden?

 

Bevor wir im Oktober 2015 aeyde gründeten, haben wir ein knappes Jahr an unserem Konzept gearbeitet: Marktanalysen, Recherche zu Mitbewerbern und Produktresearch. Wir haben viele Produktionsstätten besucht, um die perfekte Manufaktur für unser Produkt zu finden. So sind wir sicher vielen Problemen aus dem Weg gegangen. Trotzdem gibt es natürlich täglich neue Herausforderungen zu meistern, wie z.B. höhere Stückzahlen zu produzieren, das Team aufzubauen und über innovative Wege nachzudenken.

Luisa, Du verantwortest unteranderem das Design. Wie gehst Du an den eigentlichen Kreativ- und Schaffungsprozess heran?

 

Eine neue Kollektion beginnt immer mit der Analyse der vergangenen Saison, dem Trendresearch auf Messen und der Inspiration verschiedener Städte und deren Besonderheiten. Daraus erarbeiten wir ein Thema und Konzept, was die ganze Saison bestimmt. Es entstehen neue Formen, Farbpaletten und Materialien und natürlich die erste Entwürfe. Im nächsten Schritt bauen wir eine Kollektion aus bewährten Evergreen Styles und neuen On-Trend Styles auf unseren eigens kreierten Leisten.

Die Schuhe werden in Italien aus Premiummaterialien wie feinstem Kalbs-, Ziegen-, oder Wildleder per Hand in Familienmanufakturen gefertigt.

 

Wir sind im Premiumsegment positioniert. Um höchste Qualität zu gewährleisten, produzieren wir ausschließlich in Italien in kleinen Familienbetrieben, die unsere Schuhe Stück für Stück produzieren. Feinste Materialien werden in sorgfältiger Handarbeit ausgewählt, geschnitten und vernäht und auf unseren eigens entwickelten Leisten fertiggestellt – so wird jedes Paar zu einem kleinen Meisterwerk.

Begonnen habt Ihr als reine Onlinemarke. Mittlerweile werdet Ihr in ausgewählten Concept-Stores und bspw. auf der neugegründeten Plattform MarthaLouisa.com neben Marken wie Balenciaga, Gucci oder Miu Miu gelistet. Was ist das für ein Gefühl?

 

Das ist ein unglaubliches Gefühl! Wir freuen uns über die tolle Resonanz der Einkäufer und darüber, mit unseren Designs und der Qualität mit anderen Luxusmarken in einer Reihe zu stehen. Bei der Selektion unserer Wholesale-Partner gehen wir sehr behutsam vor und arbeiten nur mit Retailpartnern im Premium/Luxussegment zusammen. Mit der neuen Autumn/Winter Saison, die im Juli launcht, sind wir bei knapp vierzig Wholesale-Partner weltweit vertreten, und konnten neue Accounts wie z.B. Net-a-Porter.com, Assembly in New York & LA, The hop at Blue Bird in London, Tomorrowland aus Japan, Graanmarkt 13 in Amsterdam oder Apropos in Düsseldorf gewinnen.

Auf Instagram habt Ihr bereits knapp 30.000 Follower. Recht viel für ein doch noch junges Label… 

 

Die 30.000 Follower Marke haben wir vor kurzem geknackt – der Wahnsinn! Innerhalb eines Jahres verfolgen nun schon dreimal so viele Menschen unseren Account. Social Media und vor allem Instagram bieten jungen Labels wie uns große Chancen und Möglichkeiten mit relativ geringen Mitteln ein Brandimage aufzubauen und potentielle Kundinnen weltweit zu erreichen. Wir legen viel Wert auf unseren Content und unsere Bildsprache. Außerdem kollaborieren wir nur mit ausgewählten Influencern, die zu uns passen und die aeyde-Frau verkörpern, das ist uns wichtiger als Reichweite – so bauen wir nachhaltig unsere eigene aeyde-Community auf.

Tina, Anna, Lucy oder Fred – jedes Paar hört auf einen Namen. Was für eine Geschichte verbirgt sich dahinter?

Wir benennen die Styles nach Frauen die unser Credo „making everyday modern“ leben – die wissen was sie wollen. Das können bekannte Namen wie ‚Leandra’ oder ‚Camille’ sein, in Anlehnung an großen Fashion Icons, die wir lieben. Es gibt aber auch Modelle, die die Namen unsere Teammitglieder tragen. In der kommenden Herbst/Winter Saison z. B. gibt es einen Stiefel, der nach unsere Social Media Managerin ‚Angelique’, benannt ist.

 

In dieser Saison werdet Ihr erstmals Teil der Gruppenausstellung des BERLINER SALON sein. Was zeichnet die Berliner Modeszene im Allgemeinen und den BERLINER SALON im Speziellen für Euch aus?

Wir zeigen unsere neuen Kollektionen von Beginn an auf Messen in Paris und hatten letzte Saison auch einen Showroom zur Fashion Week in New York. Als deutsches Label ist es uns aber auch sehr wichtig in unserer Heimat Berlin zu präsentieren – Deutschland ist unsere Basis und nach wie vor einer unserer Hauptmärkte. Deutsches Design hat viele Facetten und ist offen für Neues und Experimentelles, das macht es besonders und bietet viel Platz für Kreativität. Diese Vielfältigkeit schätzen wir an der hiesigen Modeszene. Die Institution ‚DER BERLINER SALON’ hat sich seit einigen Jahren zur wichtigste Plattform der Berliner Fashion Week etabliert. Kuratiert von Christiane Arp und Marcus Kurz zeigt zweimal im Jahr die Créme de la Créme des deutschen Designs seine neusten Kreationen. Besonders schön finden wir auch den Mix aus Mode-, Accessoires- und Designlabels und freuen uns sehr ein Teil zu sein.

 

Photocredit: Startseite (Anna Daki), Bilder im Beitrag (Sascha Heintze)