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08.03.17

DBMS DESIGNER TALK: DOROTHEE SCHUMACHER

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Die Marke Dorothee Schumacher steht für feminine Schnitte und zeitlose Eleganz, für moderne Frauen, die so wohl smart als auch attraktiv sind. War das schon von Beginn an Deine Vision? Beziehungsweise was genau war Deine Vision, als Du Dein Label gegründet hast?

Ich bin davon überzeugt, dass die wahre Stärke von Frauen in ihrer Weiblichkeit liegt. In Zeiten männlichen Powerdressings war es meine Vision, Frauen in ihrer Femininität zu bestärken – sie in all ihren Facetten zum Strahlen zu bringen.

 

Seit nun mehr 27 Jahre besteht Dein Label. Was waren die größten Anfängerfehler und was würdest Du Jungdesignern empfehlen, wenn es um den Aufbau einer Marke geht?

Meine Reise als Designerin, aber auch als Unternehmerin, begann mit einem großen Traum und dem Glück, auf einen berührenden Enthusiasmus zu treffen für die Verwirklichung dieses Traums. Es beginnt und trägt sich alles mit Energie und dem Vertrauen in die eigenen Visionen. Sich treu zu bleiben und trotzdem Veränderung zuzulassen. Ich denke das ist die größte und wichtigste Herausforderung – und der schönste persönliche Gewinn.

 

Als Jurorin des „European Design Award Apolda“ liegt Dir Modenachwuchsförderung natürlich besonders am Herzen. Wer hat Dich damals unterstützt?

Mir ist damals ein mitreißender Enthusiasmus begegnet. Die volle Überzeugung toller Menschen. Einkäufer, Stofflieferanten, Familie und Freunde haben gemeinsam mit mir an meinen Traum geglaubt. Das war ein großes Glück – und ein wundervolles Geschenk.

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In Mannheim befinden sich der Firmensitz und ebenso Dein Lebensmittelpunkt. War das eine bewusste Entscheidung? Warum nicht eine Metropole wie Berlin?

Ich liebe den Kontrast zwischen pulsierenden Metropolen und einem von aller Hektik befreiten Rückzugsort. Berlin ist für mich ein zweites Zuhause – aber genauso liebe ich es, meine Kollektionen in Paris, Mailand oder New York strahlen zu sehen. Dass ich dann aber immer wieder nach Hause kommen kann, in meinen Rückzugsort, ist der perfekte Gegenpol.

 

Deine Kollektionen hast du bisher nie bei den Fashion Weeks in Paris, New York oder Mailand präsentiert, sondern ausschließlich in der deutschen Hauptstadt. Was macht den Standort Berlin so attraktiv für Dich?

Es ist eine Gefühlsentscheidung. In Berlin zu zeigen, ist ein Homecoming: Die Kollektionen, die mir sehr am Herzen liegen gemeinsam mit den Menschen, die mir sehr am Herzen liegen zum ersten Mal der Welt zu zeigen, ist unbeschreiblich berührend.

 

Generell bist Du nicht nur Designerin, sondern auch Unternehmerin und Familienmensch. Was treibt Dich an und woher nimmst Du all diese Energie?

Das eine geht nicht ohne das andere. Schon immer hat mein Leben als Familienmensch beeinflusst wie ich dieses Unternehmen führe – hat mich positiv aufgeladen. Dann zu spüren, dass auch mein Team wie eine Familie mit diesem Spirit um mich herum immer in Bewegung ist, wir gemeinsam immer wieder neue Ideen umsetzen, ist magisch.

Group Presentation - Der Berliner Mode Salon Spring/Summer 2017

Du entwirfst ausschließlich Damenmode. Zudem engagierst Du Dich immens für karitative Zwecke beispielsweise für ein Bildungsprojekt für benachteiligte Mädchen in Nepal oder für die Cancer Association of South Africa gegen Brustkrebs. Frauen sind die Musen Deiner Kollektionen. Gibt es hierzu einen speziellen Hintergrund?

Female empowerment weiterzugeben kann so viele Gesichter haben. Ich bin sehr dankbar, dass ich mit meinen Kollektionen starke Frauen immer wieder bestärken kann. Dass ich dann Projekte supporte, die genau wie ich female empowerment als Selbstverständnis betrachten, fühlt sich deshalb nur natürlich an. Was könnte es schöneres geben als  Frauen an unsere Kraft zu glauben, uns nicht selbst zu reduzieren sondern gemeinsam zu strahlen?

 

Du arbeitest schon länger mit Ballett-Choreographen aus aller Welt zusammen und hast 2015 die Damen für Ibsens „Peer Gynt“ in Innsbruck ausgestattet. Welche Entwürfe aus diesem Stück bewegen Dich noch heute im Nachgang? 

Tanz bedeutet sich Raum nehmen, und gleichzeitig mit filigranen Bewegungen große Bühnen zu füllen. Bei Ibsens „Peer Gynt“ war es die Zeitlosigkeit der Erzählung, die mich fasziniert hat. Besonders die Protagonistin hatte eine berührende natürliche Strahlkraft – mit der auch heute jede Frau auf der Bühne ihr ganz eigenen Lebens steht.

Dorothee Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2017

Dorothee Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2017

Dorothee Schumacher Show - Mercedes-Benz Fashion Week Berlin A/W 2017

Photocredit: PR Dorothee Schumacher, Getty Images for Dorothee Schumacher & Getty Images for DER BERLINER MODE SALON