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02.05.18

DBS DESIGNER TALK: VAUST

Im Rahmen des DBS Designer Talks stellten wir Euch bis dato Modedesigner aus dem Portfolio des BERLINER SALON vor. Nun gibt es seit der letzten Saison eine Neuerung, unter dem Signet der Dachmarke werden die Bereiche Mode, Fotografie und Design in einem aufregenden und emotionalen Zusammenspiel gebündelt. Dementsprechend ist es nun endlich an der Zeit die Designer der anderen Disziplinen in aller Ruhe vorzustellen – den Anfang macht VAUST, ein experimentelles Berliner Design Studio bestehend aus den drei Freunden Joern Scheipers, David Kosock und Bart Navarra.

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Ihr seid schon länger befreundet und stammt eigentlich aus den unterschiedlichen Feldern Architektur, Marketing und Mode. Warum und wann wurde die Vision geboren Euer Label VAUST zu gründen?

J: Vor ziemlich genau drei Jahren saßen wir im ‘Schwarzen Cafe’ auf der Kantstraße und hatten beschlossen VAUST zu gründen. Dass wir VAUST heißen werden war damals noch nicht klar, dass wir Möbel designen werden hingegen schon. Der Wunsch zusammen zu arbeiten, festigte sich wohl während diverser Morgenstunden gemeinsam am Küchentisch unserer ersten WG.

D: In gewisser Weise ist VAUST die logische Schlussfolgerung aus geteilter Leidenschaft und gemeinsamer Freundschaft. Wohin genau sich die Reise in diesem Projekt entwicklen würde, das war zu Beginn tatsächlich nicht ganz klar, daher haben wir uns auch drei ganze Jahre lang Zeit gelassen den richtigen Weg für uns zu finden.

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VAUST beschreibt Ihr selbst als ein experimentelles Design Studio. Was genau möchtet Ihr damit aussagen?

J: Experimentieren impliziert in unbekannte Gewässer zu segeln. Wir möchten uns nicht dem Zwang in ein gewisses „Genre“ gehören zu müssen unterwerfen. Die Tatsache, dass wir aus unterschiedlichen Berufsfeldern kommen, gibt uns die Freiheit die gleiche Vision durch verschiedene Herangehensweisen zu realisieren.

D: Als wir an der Definition unseres Studios gearbeitet haben, wurde uns eines recht schnell bewusst: Wir wollten unter keinen Umständen einen Rahmen um uns schaffen, der uns irgendwie oder irgendwann eingrenzen könnte. Uns fasziniert alles zwischen Raum und Objekt und wir lassen uns selbst den Freiraum VAUST als experimentelle Fläche für kreatives Arbeiten in diesem Bereich zu verstehen, wo auch immer uns das noch hinführen wird.

 

Inwieweit seid Ihr einzeln in den Design- und Schaffungsprozess involviert?

D: In der Regel ist der Kreativ-Prozess von VAUST ein Zusammenspiel zwischen Joern und mir. Das wertvolle an dieser Zusammenarbeit ist unsere unterschiedliche Herangehensweise an ein Thema. Joern hat durch sein Wissen und seine Fähigkeiten in der Architektur ein sehr präzises und räumliches Verständnis von Design, was sich dann mit meinen oft recht theoretischen und ganzheitlich atmosphärischen Überlegungen zu der Ästhetik verbindet, die wir dann beide gesucht haben. Bartosz kümmert sich in Sachen Studioleitung indes um die strukturellen und organisatorischen Themen und sorgt so dafür, dass wir unserem kreativen Schaffensprozess in jeder Hinsicht Ausdruck verleihen können.

 

In jedem Objekt steckt Euer aller Herzblut, aber woran genau erkennt man die persönliche Note des Einzelnen?

J: Schwer zu differenzieren wem letztendlich was in den Objekten oder unseren Arbeiten zuzuordnen ist. Das ist uns auch nicht sonderlich wichtig. Uns liegt mehr am Herzen, dass man erkennt, dass VAUST am Werk war.

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Ihr verwandelt Materialien wie beispielsweise Eiche, Marmor und Messing in modern Designstücke. Woher stammt diese Idee?

J: Die Idee ist viel mehr eine Intention oder ein Verlangen nach den genannten Materialien. Das Ergebnis ist dann unser Verständnis von Materialkomposition und Formensprache unter Berücksichtigung von Zeitgeist und dem uns allumgebenen visuellen input.

 

Bei der Funktionalität lasst Ihr Euren Objekten Spielraum und gebt ihnen keine spezifische Zuordnung. Warum?

D: Ästhetik ist für uns das höchste Gut. Unsere Objekte sollen eine Bereicherung für den Raum sein in dem sie stattfinden. Daher distanzieren wir uns auch vom Terminus Möbel und reden eher von „möbelinspirierten” Objekten. Der Nutzen ist also der ästhetische Mehrwert – und vor allem der muss bei VAUST funktionieren.

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Lanciert habt Ihr VAUST V/33 im Rahmen des BERLINER SALON. Warum habt Ihr die Gruppenausstellung des Salons als erste Präsentationsplattform gewählt?

D: Für uns war die Einladung VAUST auf dem BERLINER SALON lancieren zu dürfen sowohl der perfekte Moment, als auch der perfekte Rahmen. Im Kontext zu Schmuckdesignern, Modedesignern und Fotografen zu stehen, entspricht genau unserer Wahrnehmung von VAUST als experimentelles Designstudio.

J: DER BERLINER SALON ist ein tolles Format und hat vor allem Format. Es war das erste Mal, dass sich die Ausrichtung nicht ausschließlich auf Mode konzentriert hat. Eine fantastische Entscheidung und eine unglaublich schöne Art und Weise uns das erste Mal der Öffentlichkeit zu präsentieren. Danke nochmal.

Wir danken Euch!

Group Presentation - Der Berliner Salon AW 18/19

 

 

Photocredit: VAUST Studio (1, 2, 3, 4, 5) Getty Images for DER BERLINER SALON (6)