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09.08.17

DBMS DESIGNER TALK: MARGOVA JEWELLERY

Denitza, Du hast Mode- und Designmanagement an der AMD in Hamburg studiert, hast als Art Directorin bei Zalando gearbeitet, Erfahrungen beim Interview Magazine und Stella McCartney in New York gesammelt… 

Während meines Studiums an der AMD in Hamburg habe ich nebenher immer Schmuck gemacht und darauf auch meine Bachelor-Arbeit über das Thema Existenzgründung eines Schmucklabels aufgebaut. Dieses erst fiktive Schmucklabel habe ich nach meinem Abschluss dann tatsächlich gegründet. Anfänglich war es mehr ein Hobby von mir. Während ich als Art Direktorin bei Zalando gearbeitet habe, lief es die ganze Zeit parallel. Nach gut zwei Jahren bei Zalando habe ich dann gemerkt, dass ich mir in der Zwischenzeit fast unbeabsichtigt etwas richtig Gutes aufgebaut habe. Schließlich hatte eine Kollegin mich animiert, mein erstes Lookbook zu produzieren, mit dem ich dann erstmals an die Presse herangetreten bin. Da habe ich gespürt, dass ich mich für eine Sache entscheiden muss. Im Juli 2014 habe ich dann meinen Job aufgegeben, um meine volle Energie in MARGOVA zu stecken.

 

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Vor drei Jahren hast Du Margova Jewellery gegründet. Mit welchen Problemen wurdest Du zu Beginn konfrontiert?

Ich kann in meinen Fall nicht wirklich von Problemen sprechen. Ich hatte generell sehr viel Glück und Menschen, die an mich geglaubt und mich unterstützt haben.

Am Anfang hieß das Label noch „Vitamin D“, da es zu den bunten Armbändchen, die ich damals gemacht habe, super gepasst hat. Als dann aus dem Hobby ein Label und ein seriöser Job wurde, habe ich mich dazu entschieden, das Label unter meinem eigenen Namen laufen zu lassen, um den hochwertigen Gedanken hinter meinem Schmuck stärker zu betonen.

Dieser Weg, sich als Jungunternehmerin klar zu werden, wer man ist und wo man hin will, nicht nachzugeben und sich immer weiter zu entwickeln, kann schon manchmal eine Herausforderung sein. Vor allem braucht man sehr viel Durchhaltevermögen. Da ich keine großen Investoren bei mir im Unternehmen habe, dauern manche Dinge einfach etwas länger. MARGOVA ist bis heute einfach nur ich und meine Familie, die mich in einigen Feldern unterstützt.

 

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Geboren bist Du in Bulgarien. Dort lässt Du Deine Schmuckstücke in kleinen Familienbetrieben produzieren. Inwiefern inspirieren und beeinflussen Dich Deine Wurzeln im Schaffungsprozess?

Es ist vielmehr meine Familie als das Land selbst, die mich inspiriert und beeinflusst. In meiner neuen Kollektion habe ich ihr deshalb eine Capsule Collection gewidmet, die im November 2017 gelauncht wird. Dabei handelt es sich um traditionelle bulgarische Styles, die teileweise von meinen Großmüttern getragen wurden. Ich habe sie neu für mich interpretiert und nach ihnen benannt.

 

Was ist Dein Signature Piece und welche Deiner Entwürfe trägst Du persönlich am Liebsten?

Mein Signature Piece ist der „On Top“ Ring. Allerdings als kleiner Ring für das obere Fingerglied. Man trägt ihn also on top – das war einer meiner ersten Entwürfe. Ich trage alle meine Teile unglaublich gerne. Ich habe eine stetig wechselnde Ringparty. Es kommt immer auf meine Stimmung an und was ich am Tag vorhabe. Zurzeit liebe ich es Ringe am kleinen Finger zu tragen. Dieser Liebe habe ich auch den ‚Go Pinky’ Ring in meiner aktuellen Kollektion gewidmet.

 

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Für die U.N-Kampagne HeForShe, die sich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzt, hast Du Anfang des Jahres ein „Girl-Power“-Armband entworfen

Mir war es persönlich sehr wichtig nicht nur darüber zu sprechen und ‚Girl Power’ Sprüche auf den sozialen Medien zu posten. Ich wollte selbst aktiv werden. Ich entwerfe meine Ringe für starke selbstbewusste Frauen, wie ich es eine bin oder meine Kundinnen auch. Ich wusste also, dass die Aktion gut bei ihnen ankommen wird und sie die Initiative auch unterstützen würden. Die UN Women Deutschland hat sich nach meiner ersten Spende telefonisch bei mir gemeldet, um sich persönlich zu bedanken. Das gibt einem natürlich zusätzlich noch ein besseres Gefühl und ich versuche auch in Zukunft weiter mit ihnen zu arbeiten.

 

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Seit nunmehr zwei Saisons präsentierst Du Deine Kreationen im Rahmen der kuratierten Gruppenausstellung. Was zeichnet die Berliner Modeszene im Allgemeinen und den BERLINER MODE SALON im Speziellen für Dich aus?

Ich finde, dass die Berliner Modeszene in den letzten Jahren oft belächelt wurde. Ich habe deshalb auch lange überlegt, wo und wie ich meine Kollektion in Berlin zeigen möchte. DER BERLINER MODE SALON bietet da eine willkommene Abwechslung und präsentiert die Designer in einem seriösen Rahmen, und das inzwischen als Mittelpunkt der Berlin Fashion Week, finde ich.

Als mich DER BERLINER MODE SALON vor gut einem Jahr aufgenommen hat, war ich deshalb umso glücklicher, dass ich in solch einem exklusiven Rahmen zeigen darf, der locker auf internationaler Ebene mithalten kann. Ich liebe das Kronprinzenpalais als Location und man spürt während der Gruppenausstellung förmlich, dass wir Designer uns dort sehr gut aufgehoben fühlen. DER BERLINER MODE SALON bietet einem die Möglichkeit sich mit Kollegen, Journalisten und Einkäufern direkt vor Ort auszutauschen. Das ist für uns Designer sehr bereichernd!

 

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Photocredit: Margova Jewellery

Grafik: NOWADAYS